Quarantäne, Sammelunterkünfte
Ludwigshafen, den 20.4.2020
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Steinruck ,
sehr geehrte Frau Steeg,
wir wissen, dass Sie in Bezug auf die Coronavirus-Gefahr in den
Sammelunterkünften ganz ohne amtliche Empfehlungen oder Anweisungen
auskommen müssen. Das ist ein Versäumnis der Ministerien oder des Robert
Koch Institutes. So können wir uns auch die vielen Probleme erklären, die in der
städtischen Regelung der Krise auftreten. Auch wir selbst haben nicht mehrere
Schritte vorausdenken können und uns auf den sicher richtigen Hinweis
beschränkt, die Unterkünfte in möglichst kleine Gruppen zu unterteilen.
In der heutigen Rheinpfalz stand, dass die Männer, die wegen der Infektion 14
Tage in Quarantäne gewesen seien, nach einem negativen Test wieder zurück
in ihre „ursprüngliche Unterkunft“ zurückgehen.
Sollen sie weiter in Quarantäne sein? Bekommen sie dann freien Ausgang? Mit
einem Ausweis für die Kontrolle der Security? Ist das medizinisch sinnvoll, sie
aus einer Quarantäne heraus ausgehen zu lassen? Jedenfalls ist es unmöglich,
sie gegen ihren Willen weiter ohne Ausgang in Quarantäne zu lassen.
Es müssen inzwischen etwa elf oder mehr Männer sein.
Wir schlagen vor, den betroffenen Männern die Wahl zu lassen, ob sie wieder
in die Mannheimer Straße oder in eine WG mit den Genesenden mit freiem
Ausgang gehen wollen. Wir weisen nochmal auf die Wohnungen im HedwigLaudien-Ring hin.
Die Vorbeugemaßnahmen in den anderen Unterkünften sind unseres
Erachtens völlig ungenügend und beschränken sich nach unserer Beobachtung
auf die laminierten Plakate in den Sanitärräumen und Küchen.
Auch wenn man sagen kann, dass jeder Mensch seine Seife und Handtuch zum
häufigen Händewaschen selbst besorgen muss, so ist doch der besonderen
Gefahr der Infektion in den Sammelunterkünften überhaupt nicht genüge
getan. So wie es jetzt ist, werden die BewohnerInnen ihrem Schicksal
überlassen. Gibt es dann eine Infektion, wird die äußerst kostspielige und
zermürbende und lang anhaltende Quarantäne verhängt.
Was wäre z.B. mit den Familien wenn im Rampenweg die Infektion aufträte?
Wir möchten Sie dringend bitten, in den Unterkünften in jedem Sanitärraum
und jeder Küche Seifenspender und Einmalhandtücher zu installieren und für
jedes Stockwerk einen Spender für die Händedesinfektion.
Wieweit Flächendesinfektionen hilfreich sind um einer Verbreitung des Virus
vorzubeugen, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, das wäre vom
Gesundheitsamt zu entscheiden.
Wir sprechen Ihrer Leistung und Ihrer Mühe unsere volle Anerkennung aus,
sind auch gerne bereit zu helfen.
Bitte bleiben sie gesund!
Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Eckhard